Durchfall und Giardien bei Katzen

Bei Durchfall handelt es sich normalerweise um keine eigene Erkrankung der Katzen. Die Ausscheidung von weichem Kot tritt meistens als Begleitsymptom bei vielen verschiedenen Erkrankungen auf.

Bei Giardien handelt es sich um einzellige Parasiten, die sich im Dünndarm der Katze ansiedeln. Giardien verursachen vor allem bei Jungkatzen bis zum sechsten Lebensmonat und bei älteren, geschwächten Katzen Durchfälle.

Die Katze hat Durchfall, was kann ich tun?

Katzen mit Durchfall müssen viel Wasser trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Zeigt die Katze keine weiteren Krankheitserscheinungen, kann ein oder zwei Tage abgewartet werden.

Um einen Wurmbefall auszuschließen, sollten Sie eine Kotprobe vom Tierarzt untersuchen lassen.

Das verschmutzte Fell um den After muss gereinigt werden, damit sich die empfindliche Haut nicht entzündet. Nicht jede Katze mag menschliche Hygienemaßnahmen und hält deshalb still. Dennoch kann jede Katze schmerzfrei gehoben und gleichzeitig leicht fixiert werden.

Durch Verabreichung von Futterkohle werden Schadstoffe gebunden und ausgeschieden. Bitte achten Sie auf ein Produkt mit 100 % Futterkohle. Leckerlis mit einer Beimischung von Futterkohle oder verfeinerte Futterkohle sind nicht gemeint. Beachten Sie die Fütterungsempfehlung, diese variiert je nach Tierart und Körpergewicht.

Ebenso bindet Heilerde die bei der Verdauung entstehenden Giftstoffe. Diese werden dann schneller ausgeschieden. Außerdem lagert sich die Heilerde an der Darmwand an und verhindert die Festsetzung von Stoffwechselschlacken.

Leidet die Katze auch an Erbrechen oder Fieber, sollte Sie für die Untersuchung und Behandlung einem Tierarzt vorgestellt werden.

Was sind die typischen Symptome für Durchfall?

  • Der Kot ist breiig oder flüssig.
  • Der Bauch der Katze ist durch die verstärkte Gasbildung aufgetrieben.
  • Die Katzentoilette wird immer wieder aufgesucht.
  • Ist der Enddarm entzündet, ist der Kotabsatz schmerzhaft.
  • Bei Freigängern kann der Stuhl nicht kontrolliert werden. Hier müssen Sie vor allem auf Verschmutzungen im Bereich des Afters achten.
  • Ist die Katze durch den Flüssigkeitsverlust bereits ausgetrocknet (dehydriert), bleibt eine hochgehobene Hautfalte im Nackenbereich bestehen und verstreicht nicht.

Was sind mögliche Ursachen für Durchfall bei Katzen?

Durchfall kann durch viele verschieden Ursachen ausgelöst werden.

  • verdorbenes oder minderwertiges Futter
  • Wurmbefall
  • Befall mit Einzellern (Parasiten)
  • bakterielle Infektionen: Salmonellen, Escherichia coli, Campylobacter, Yersinien
  • Virus-Infektionen: Katzenseuche, Coronaviren
  • Funktionsstörungen der Leber
  • Stress
  • Tumoren der Nebenniere
  • Allergien

Kitten/ Katzenbaby hat Durchfall

Leiden Katzenbabys unter Durchfall, handelt es sich immer um einen Notfall. Die Katzenwelpen verlieren schnell viel Flüssigkeit und trocknen aus. Nierenschäden und der Zusammenbruch des Kreislaufs können zum Tod führen.

Besonders stark gefährdet sind Katzenwelpen bis zu einem Alter von zwölf Wochen. Bei Katzen mit einem Gewicht unter 1,5 Kilogramm macht sich der Flüssigkeitsverlust ebenfalls schnell bemerkbar. Hier liegt immer ein Notfall vor, da die Katze Flüssigkeit über Infusionen benötigt.

Durchfall durch ein Schälchen Milch

Ob Durchfall durch ein Schälchen Milch ein Notfall ist, hängt vom Allgemeinzustand der Katze ab. Ist die Katze mager, sehr jung oder durch eine Erkrankung geschwächt, sollten Sie den Durchfall als Notfall betrachten.

Durch den starken Flüssigkeitsverlust trocknet die Katze nicht nur aus, es kann auch die Nierenfunktion beeinträchtigt werden. Bei einer sonst gesunden Katze wird es wahrscheinlich genügen, Wasser zu geben. Trinkt sie keine weitere Milch mehr, normalisiert sich der Kot von selbst wieder.

Katze hat Durchfall und erbricht

Ist auch die Magenschleimhaut von der Entzündung betroffen, leidet die Katze nicht nur unter Durchfall, sondern erbricht auch. Der Katze ist übel, sie verweigert das Futter.

Durch die mangelnde Energiezufuhr werden Fette in die Leber eingelagert. Eine Fettleber entsteht.

Dehydration durch Durchfall?

Jeder Durchfall ist mit einem großen Flüssigkeitsverlust verbunden. Die Katze trocknet aus. Nierenschäden können die Folge sein.

Wie erkenne ich eine Dehydration? Und was kann ich dagegen tun?

Die Hautelastizität ist verringert. Wird im Nackenbereich eine Hautfalte aufgehoben, bleibt diese bestehen und verstreicht nicht. Der Flüssigkeitshaushalt muss so schnell wie möglich durch Infusionen ausgeglichen werden.

Besteht nur über einen kurzen Zeitraum leichter Durchfall, wird der Verlust der Flüssigkeit über das Futter ausgeglichen. Rühren Sie zusätzlich zwei Teelöffel Wasser in das Nassfutter.

Wie kann ich eine Katze zum Trinken animieren?

Um die Katze zum Trinken zu animieren, können Sie an verschiedenen Stellen Schüsseln mit Wasser aufstellen.

Einige Katzen schätzen fließendes Wasser und lieben Trinkbrunnen. Das Plätschern des Wassers weckt die Neugierde und regt zum Trinken an.

Wie kann Durchfall behandelt werden?

Die Katze erhält Infusionen, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.

Bei einer Infektion mit Bakterien werden Antibiotika verabreicht.

Um die gesunde Darmflora zu fördern, benötigt die Katze Probiotika mit Milchsäurebakterien.

Heilmoor und Heilerde helfen, Schadstoffe zu binden und schneller auszuscheiden.

Schonkost (Diätfutter oder gekochtes Hühnerfleisch) fördert die Abheilung der Entzündung der Darmschleimhaut.

Wird der Durchfall durch Würmer oder einzellige Parasiten verursacht, benötigt die Katze ein Wurmmittel.

Welche Hausmittel helfen bei Durchfall?

Hält der Durchfall schon länger an, kann die Moro´sche Karottensuppe gefüttert werden: Ein Kilogramm Karotten wird mit zwei Liter Wasser mindestens zwei Stunden gekocht. Bei Bedarf Wasser nachgießen.

Durch das Erhitzen entstehen Oligosaccharide, die sich an die Darmwand anlagern und diese vor Entzündungsprodukten schützen. Fünf Milliliter der Suppe werden mindestens eine halbe Stunde vor dem Futter eingegeben. Abhängig von der Stärke des Durchfalls wird die Moro´sche Karottensuppe einmal bis zweimal täglich verabreicht.

1/2 Teelöffel Futterkohle pro Tag stabilisiert die Darmflora und fördert die Heilung der Darmschleimhaut.
Weidenrindentee enthält viele Gerbstoffe. Ein Milliliter Tee zweimal täglich lindert die Entzündung der Schleimhaut.

Schonkost für Katzen bei Durchfall

Gekochtes Hühnerfleisch und weißer Fisch kann als Diätfutter eingesetzt werden.

Alternativ ist ein spezielles Diätfutter für Durchfall beim Tierarzt erhältlich.

Wann muss ich zum Tierarzt gehen?

Hält der Durchfall länger als zwei Tage an, oder liegt starker Durchfall vor, sollte die Katze von einem Tierarzt untersucht werden. Ein sofortiger Tierarztbesuch ist notwendig, wenn das Allgemeinbefinden der Katze (Fieber, starke Müdigkeit, keine Futteraufnahme) verändert ist.

Vorbereitung für den Tierarztbesuch

Nehmen Sie für den Tierarztbesuch eine Kotprobe mit. Zusätzliche Fotos von Kot und Erbrochenem helfen bei der Diagnosestellung. Vereinbaren Sie einen Termin in der Tierarztpraxis. So können Sie im Fall ansteckender Krankheitsursachen andere Katzen vor der Ansteckung schützen.

Durchfall bei Katzen vorbeugen

Führen Sie regelmäßig drei Monate lange Kuren mit Futterkohle durch. Reinigen Sie den Darm alle zwei Monate mit Heilerde oder Heilmoor. Achten Sie auf tiergerechtes, natürliches Futter.

Giardien bei Katzen

Giardien verursachen vor allem bei Jungkatzen bis zum sechsten Lebensmonat und bei älteren, geschwächten Katzen Durchfälle.

Was sind Giardien?

Bei Giardien handelt es sich um einzellige Parasiten (Protozoen), die sich im Dünndarm der Katze ansiedeln. Sie können sich frei an der Oberfläche der Darmschleimhaut bewegen oder sich mit einer “Bauchhaftscheibe” an diese anheften. Die Trophozoiten ernähren sich von Darminhalt und teilen sich häufig.

Ausgeschieden werden die Giardien in Form von mit einer Hülle umgebenen Zysten. In diesem Stadium können die Parasiten im Freien mehrere Monate überleben.

Ansteckungswege: Woher hat die Katze die Giardien?

Die Zysten werden durch verunreinigtes Wasser, Futter oder Gegenstände übertragen. Auch eine Übertragung durch den Kot in der Katzentoilette oder direkten Kontakt ist möglich.

Können Giardien von der Katze auf den Menschen übertragen werden?

Ein Befall mit Giardien ist eine Zoonose, d. h. es ist eine von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheit. Eine Ansteckung des Menschen über den Kot ist möglich!

Giardien lösen beim Menschen schwere Durchfälle und häufigen Stuhlgang aus. Bei Verdacht auf eine Infektion mit Giardien muss immer ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung sollte ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Vor allem bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann durch Giardien eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit lebensbedrohlichen Folgen ausgelöst werden. Besteht keine Vorerkrankung, ist eine Giardiose gut zu behandeln.

Symptome bei einer Giardiose

Die Katze leidet an Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Der Kot ist schleimig und stinkend. Fieber tritt auf.

Diagnose mittels Kotuntersuchung

Bei einer Kotuntersuchung können die Zysten mit einem Mikroskop nachgewiesen werden. Im Kot befinden sich Antigene, die mit Hilfe eines Elisa-Tests im Labor nachgewiesen werden. In der Tierarztpraxis kann ein Schnelltest verwendet werden.

Behandlung von Giardien bei Katzen

Die Behandlung sollte durch einen Tierarzt durchgeführt werden, da es sich bei den Medikamenten um rezeptpflichtige Medikamente handelt. Der Tierarzt wird die entsprechenden Medikamente mit einer individuell an die Katze angepassten Dosierungsempfehlung für die Behandlung zuhause mitgeben.

Für die Behandlung der Giardien wird eine Kombination aus einem Anthelmintikum (Fenbendazol, Albendazol) und einem Antibiotikum (Metronidazol) eingesetzt. Die Behandlung erfolgt über mehrere Wochen. Nach 10 Tagen Behandlung wird eine Pause von einer Woche eingehalten. Anschließend erfolgt der nächste Behandlungszyklus über zehn Tage. Oft ist die Durchführung von drei bis vier Behandlungszyklen notwendig.

Alternative Behandlungen von Giardien

Durch Unterstützung des Immunsystems und einen Aufbau der Darmflora werden den Giardien die Nährstoffe entzogen. Das Futter darf keine Kohlenhydrate enthalten, da sich Giardien vor allem von Zuckern ernähren.

Brokkoli, Äpfel, kanadische Gelbwurz und Salbei enthalten Flavonoide, die die Giardien bekämpfen. Da es sich um eine Zoonose handelt, sollte eine komplementärmedizinische Behandlung nur ergänzend durchgeführt werden.

Brokkoli: In jede Futterportion kann ein Teelöffel der gekochten und zerkleinerten Brokkoli gemischt werden.
Salbei: 1/2 zerkleinertes frisches Salbeiblatt oder 1/4 Teelöffel getrockneter Salbei einmal pro Woche in das Futter mischen.
Äpfel können in geriebener Form jeden Tag unter das Futter gemischt werden. Ich empfehle pro Tag 1 Teelöffel. Dieser kann auch auf zwei Futterportionen aufgeteilt werden, sollte aber immer frisch gerieben werden.

Kanadische Gelbwurz: Hydrastis canadensis D4 dreimal täglich je 5 Globuli. Sollte nur direkt bei einem Befall mit Giardien zur unterstützenden Therapie eingesetzt werden.

Fütterung bei einer Giardiose

Füttern Sie tiergerechtes Futter ohne Kohlenhydrate. Kräuter helfen bei der Bekämpfung der Giardien.

Salbei: 1/2 zerkleinertes frisches Salbeiblatt oder 1/4 Teelöffel getrockneter Salbei einmal pro Woche in das Futter mischen.
Preiselbeeren: sollten in getrockneter Form als Pulver unter das Futter gemischt werden. Eine Messerspitze zweimal pro Woche. 
Minze: 1/2 Teelöffel täglich unter das Futter mischen. Kann in getrockneter oder frischer Form verwendet werden.
Melisse: 1/2 Teelöffel zweimal pro Woche unter das Futter mischen.

Die Kräuter können auch vorbeugend angewendet werden.

Hygiene bei einer Giardiose

Die OOzysten werden über mehrere Monate mit dem Kot ausgeschieden. Sie sind resistent gegen Umwelteinflüsse und lange überlebensfähig. Daher ist die Gefahr einer neuerlichen Ansteckung besonders groß.

  • Leben mehrere Katzen in einem Haushalt, sollten immer alle Tiere behandelt werden.
  • Der Kot muss immer sofort aus der Katzentoilette entfernt und beseitigt werden.
  • Futter- und Wasserschüsseln mit kochendem Wasser reinigen und abtrocknen.
  • Immer frisches Wasser zum Trinken anbieten.
  • Rasur der Fellhaare um den After, um Verschmutzungen mit Kot zu vermeiden.
  • Liegeflächen heiß waschen oder gemeinsam mit dem Boden mit heißem Dampf reinigen.
  • Spielzeug und Kratzbäume mit heißem Dampf reinigen.
  • Herkömmliche Desinfektionsmittel sind zur Bekämpfung von Giardien nicht geeignet.

Hygienemaßnahmen zum Download bietet das European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP).

Vorbeugen

Gesundes, tiergerechtes Futter und ein intaktes Immunsystem verhindert die Vermehrung von Giardien im Dünndarm.

Reinigen Sie die Katzentoilette mindestens einmal täglich gründlich. Trocknen Sie Futter- und Wasserschüsseln nach der Reinigung immer sorgfältig ab.

Tierärztin Dr. Andrea gibt von Asthma bis Wurmkur Auskunft zu Katzenkrankheiten, sowie Therapien, gerade auch für alte Katzen. Obendrein deckt sie mit ihrem Hang zu alternativen Heilmethoden ein breites Behandlungsspektrum ab, von den klassisch-klinischen Methoden über TCM, Homöopathie bis zu Bachblüten.

Petra bringt die jahrzehntelange Erfahrung einer Katzenmama mit, die fast immer mehrere Stubentiger als Gesellschafter hatte und hat. Mit einem zwinkernden Auge ist sie auch immer für einen guten Spruch zu haben.

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