Katze an Freigang gewöhnen

Sollten Sie Ihrer Katze Freigang gewähren? In unserer modernen Welt drohen Haustieren Gefahren, die vom Menschen geschaffen wurden. Deshalb ist es immer etwas schwierig, eine allgemeingültige Regel aufzustellen. Pro und Kontra zu diesem wichtigen Thema.

Freigang mag dem Tier eine Menge Vorteile bieten, aber die Gefahren sollten sorgfältig abgewogen werden. Denn es ist niemandem geholfen, wenn die Katze ihre Freiheit genießen kann und dafür viel zu früh ihr Leben auf einer stark befahrenen Straße verliert.

Bei den Katzenfreunden gibt es meist nur zwei Meinungen. Die eine Gruppe ist unbedingt dafür, die andere absolut dagegen. Beide Seiten haben gute Argumente und es bringt eigentlich nichts, sich darüber zu streiten. Wenn Sie Ihrer Katze gerne Freigang einräumen möchten, dann ist dies Ihr gutes Recht. Allerdings sollten Sie sorgfältig und vor allem zum Tierwohl abwägen, ob dieser Freigang möglich ist. Zudem müssen Sie als Halter auch einige Abstriche machen, derer Sie sich vorher bewusst sein sollten.

Natürlich ist Freigang etwas Artgerechtes und bietet eine Menge Vorteile für das Tier. Allerdings haben Sie für Ihr Haustier die Verantwortung übernommen und müssen deshalb individuell entscheiden, ob Ihre Wohnsituation einen halbwegs sicheren Freigang gewährleistet.

Die wichtigsten Argumente für den Freigang von Katzen

  • Die Katze ist als Jäger darauf angewiesen, dass ihre Sinne beschäftigt werden
  • Soziale Kontakte zu Nachbarskatzen, aber auch zu anderen Menschen sind möglich
  • Freigänger gelten als ausgeglichener und robuster
  • Übergewicht wird durch die viele Bewegung reduziert
  • Die natürliche Neugier wird befriedigt und Sie benötigen weniger Katzenspielzeug und Spielzeit
  • Die Katze kann ihre Krallen an Bäumen schärfen und Sie benötigen weniger Kratzmöbel im Haus
  • Der Halter hat weniger Arbeit, vor allem bezüglich Katzentoiletten

Dagegen stehen die Argumente, die gegen einen Freigang sprechen. Auch diese sollten sorgfältig abgewogen werden.

Die Nachteile für den Freigang von Katzen

  • Viele Gefahren durch den Verkehr, bauliche Besonderheiten (Zäune) und Hunde
  • Freigänger werden häufig von Parasiten befallen (Zecken, Flöhe, Würmer)
  • Übertragbare Krankheiten werden schneller übertragen (FIP, FIV/Katzenaids, Katzenleukose, Hautpilze und mehr)
  • Giftpflanzen und Giftstoffe können unbeaufsichtigt aufgenommen werden
  • Tierhasser können dem Tier Schaden durch Köder oder körperliche Gewalt zufügen
  • Katzen werden immer wieder versehentlich eingesperrt und verbleiben oftmals Tage oder Wochen in diesem unfreiwilligen Gefängnis
  • Soziale Kontakte zu Nachbarskatzen können auch misslingen und in Katzenstreits ausarten bis hin zum Katzenmobbing.

Wie gewöhnen Sie eine Katze an den Freigang?

Wenn Sie sich für den Freigang Ihrer Katze entschieden haben, dann möchten Sie das Beste für Ihr Tier. Trotzdem sollten Sie sicherstellen, dass Sie die Katze gut auf den Freigang vorbereiten. Jede Katze reagiert anders auf die eigentlich interessante Freiheit. Am einfachsten lassen sich wohl Kitten spielerisch an die Freiheit gewöhnen. Sie haben noch keine schlechten Erfahrungen gemacht und können mit ihrem Halter zusammen die ersten Schritte wagen. Anders sieht es bei älteren oder ängstlichen Katzen aus. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, damit das Tier sich nicht erschreckt und womöglich nie wieder nach Hause kommt.

Katze in der Wiese

Generelle Tipps, damit der Freigang funktioniert

  • Lassen Sie nie eine vollgefressene Katze aus dem Haus. Leicht hungrige Katzen kommen eher wieder nach Hause, weil sie dort ihren vollen Futternapf erwarten.
  • Zwingen Sie das Tier niemals, einfach die Wohnung zu verlassen. Öffnen Sie die Tür und lassen Sie das Tier entscheiden. Bleiben Sie dabei immer im Ruf- und Sichtweite, bis das Tier die nötige Sicherheit hat.
  • Wenn ein Garten vorhanden ist, sollten Sie den Freigang dort üben. Ansonsten reicht auch ein Stück Wiese in Hausnähe. Locken Sie die Katze hierfür von Ihrer Wohnung zu dieser nahen Wiese und beobachten Sie dort die ersten Kontakte mit der Freiheit. Rufen Sie Ihre Katze immer wieder und zeigen Sie Ihr, wo sie wohnt.
  • Anfänglich sollte die Katze nur in Sichtweite das Terrain erkunden. Locken Sie sie immer wieder zu sich zurück, gerne auch mithilfe von Leckerlis.
  • Weiten Sie nach und nach das Gebiet aus und lassen Sie Ihre Katze erst dann unbeaufsichtigt, wenn das Tier draußen sicher wirkt.
  • Rufen Sie anfangs die Katze nach kurzer Zeit wieder zu sich, auch wenn sie aus dem Blickfeld verschwunden ist.

Kleine Kätzchen können meist recht leicht an einen Freigang gewöhnt werden. Wenn Sie einen Garten haben, können erste Spielstunden schon sehr früh draußen abgehalten werden. In dieser Zeit können Sie das Tier gut beobachten und bei eventuellen Gefahren eingreifen. Bei älteren Katzen kommt es stark darauf an, wie der Charakter des Tieres ist. Selbstsichere Katzen gewöhnen sich schnell mit den oben genannten Punkten an den Freigang. Unsichere und ängstliche Naturen hingegen brauchen Unterstützung durch ihre Halter.

Probieren Sie gerne aus, ob Ihre Katze ein Katzengeschirr toleriert. Eine Leine kann ihr die nötige Sicherheit am Anfang geben und Sie können eingreifen, wenn das Tier panisch wird. Ansonsten empfiehlt sich ein ruhiger Platz, um zu üben. Auch ein mitgebrachtes Körbchen kann als Sicherheit im Garten oder auf der Wiese aufgestellt werden. So hat die Katze gleich einen bekannten Rückzugsort. Zeigen Sie dem Tier immer den kompletten Weg bis zur eigenen Haustür und tragen Sie die Katze nicht einfach nach draußen. Nur so lernt sie den kompletten Weg gut kennen. Unter Umständen kann es für besonders sensible Tiere besser sein, wenn sie sich ganz langsam an die große, weite Welt gewöhnen. Ein gesicherter Balkon z. B. wäre eine Möglichkeit, das Tier auf die vielen Geräusche und die ungewohnten Gerüche vorzubereiten.

Umzug mit Freigänger Katze

Nach einem Umzug sollten Sie jeder Katze, egal, ob diese schon Freigänger war oder nicht, erst einmal die nötige Zeit geben, um sich an die neue Wohnung zu gewöhnen. Ansonsten passiert nämlich gerne das Szenario, dass die Katze zum alten Wohnort zurückläuft oder das neue Heim einfach nicht wiederfindet. Packen Sie erst einmal in Ruhe alle Kartons und Kisten aus und lassen Sie die Katze ausgiebig ihre neue Umgebung erkunden.

Katze im Umzugskarton
Katzen und Kartons… da ist Blue keine Ausnahme 😉

Gehen Sie dann auch bei bekanntem Freigang ähnlich vor, als ob die Katze noch nie draußen war. Bedenken Sie, die neue Umgebung, ist absolut fremd und Sie als Halter geben Ihrem Tier die nötige Sicherheit. Hinterlassen Sie nach Möglichkeit im Garten auch einige bekannte Gegenstände, die Ihren Geruch aufweisen. Sie dienen als Erkennungsmarke für Ihre Katze.

Geben Sie sich und dem Tier Zeit, im neuen Heim anzukommen. Auch wenn die Katze nörgelt, empfehle ich eine Eingewöhnungszeit von ca. 4-8 Wochen, bevor der erste Freigang in der neuen Umgebung stattfindet. Eventuell sind so lange ein gesicherter Balkon oder Spaziergänge im Geschirr an der Leine ein kleiner Ersatz für die große Freiheit.

Erkunden Sie nach Möglichkeit auch die nähere Umgebung. Im Umkreis von rund einem Kilometer sollten Sie unbedingt alles abchecken. Das funktioniert über Google Earth und natürlich, indem Sie selbst alles in Augenschein nehmen. Entdecken Sie in der Nachbarschaft Gartenteiche, sollten Sie auch überlegen, ob es Ärger geben könnte. Viele Teichbesitzer haben teure Koi-Karpfen und andere Fische, die Ihr Liebling womöglich fangen und fressen könnte.

Zudem sind einige Gartenbesitzer gar nicht begeistert, wenn fremde Katzen ihr Geschäft im Blumenbeet verrichten. Manche Menschen greifen dann gar zu unerlaubten Maßnahmen und stellen Fallen auf oder legen Giftköder aus. Hören Sie sich sicherheitshalber bei anderen Katzenhaltern in Ihrem Wohngebiet um, und fragen Sie in der direkten Nachbarschaft nach. Über die Rechtslage können Sie hier nachlesen.

Die Vorbereitung auf den Freigang

Lassen Sie Ihre Katze bitte nicht einfach so vor die Haustür. Auch, wenn eine Katze einen guten Überlebensinstinkt besitzt, wäre das Tier vollkommen überfordert, wenn es ohne Vorbereitung einfach nach draußen gelassen wird.

Zudem sollten Sie einige gesetzliche Bestimmungen beachten und Ihre Katze zudem bestmöglich absichern. Dazu gehören beispielsweise die nötigen Impfungen, Parasitenvorsorge, die Kastration und ein Erkennungschip, damit Ihre Katze auch Ihnen zugeordnet werden kann.

Katze im Hof

Kastrationspflicht

Die Gemeinden in Deutschland, die schon auf eine Kastration und teilweise auch auf die Kennzeichnung durch einen Chip bestehen, finden Sie beim Tierschutzbund. In Österreich gilt übrigens landesweit die Kastrationspflicht. Ausgenommen sind davon nur Wohnungskatzen und Zuchttiere, die allerdings nicht unkontrolliert in die Freiheit entlassen werden dürfen. Auf Bauernhöfen und ähnlichem Terrain sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Katzen kastriert werden. Leider ist dies oftmals nicht der Fall, selbst wenn eine Kastrationspflicht herrscht.

In vielen Gemeinden gilt die Kastrationspflicht nach dem Paderborner Modell, damit sich Streuner nicht unkontrolliert ausbreiten können. Bitte kastrieren Sie deshalb ihre Katze, egal, ob es sich dabei um einen Kater oder eine Kätzin handelt. Abgesehen von ungeplantem Nachwuchs schützt die Kastration nämlich auch davor, dass die Tiere ihr Revier unnötig vergrößern, um auf Partnersuche zu gehen. Der Paarungstrieb ist zudem so stark, dass es zu oftmals blutigen Revierkämpfen kommt und die Tiere nur noch Augen und Ohren für potenzielle Partner und Nebenbuhler haben. Gefahren werden in diesem Zustand gar nicht wahrgenommen.

Impfungen, Parasitenvorsorge, Medikamente

Bedenken Sie in der Vorbereitungsphase auch, dass Ihr Tier unter Umständen anfälliger für Krankheiten ist. Jeder Freigänger bringt irgendwann einmal Parasiten mit. Diese sollten zügig behandelt werden, damit sie weder Tier noch Mensch schaden.

Gängige Impfungen sind gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Tollwut. Regelmäßig sollten Sie Flöhen, Zecken und Milben vorbeugen und Ihre Katze entwurmen.

Sobald die Katze allerdings regelmäßig Medikamente bekommen muss, sollten Sie sich die Frage stellen, ob Freigang überhaupt möglich ist. Wenn ein Tier täglich ein bestimmtes Medikament braucht, kann es schwierig werden, dieses wirksam zu verabreichen. Denn selbst die zuverlässigste Katze taucht gerne einmal für einige Tage ab. In dieser Zeit können bestimmte Krankheiten dramatische Ausmaße annehmen, da ohne die Medikation keine Behandlung möglich ist.

Erkennungschip

Rechnen Sie übrigens immer damit, dass Ihre Katze einmal nicht nach Hause kommt. Es muss gar nichts Schlimmes passiert sein, aber Katzen haben leider die Neigung dazu, dass sie aus Neugier oder Desinteresse einfach einmal ihrem Zuhause fernbleiben. Manche Halter sind schon nach wenigen Stunden alarmiert, während andere erst nach einigen Tagen Bauchweh bekommen. Berücksichtigen Sie bitte vorher, dass es für Sie einen gewissen Nervenstress bedeutet, wenn Ihre Katze unterwegs ist. Es gibt sogar Katzen, die erst nach einigen Wochen wieder auftauchen. Oftmals werden sie irgendwo von wohlmeinenden Menschen gefüttert und sehen so gar keinen Grund, zügig nach Hause zu kommen. Die etwas unschöneren Optionen sind, dass die Katze irgendwo eingesperrt ist oder eine Verletzung erlitten hat. Auch Unfälle mit tödlichem Ausgang sind leider keine Ausnahme.

Deshalb sollte Ihr Tier gechipt werden. Die meisten Gemeinden sammeln tote Katzen von den Straßen auf und bringen die Kadaver zum Bauhof. Dort wird mit einem Chiplesegerät versucht, der Halter zu ermitteln. So haben Sie wenigstens Gewissheit, wenn Ihrer Katze etwas zustößt.

Bitte sehen Sie von Katzenhalsbändern zur Kennzeichnung ab, da selbst die angeblichen Sicherheitshalsbänder oftmals zu schweren Verletzungen führen, da Katzen mit dem Halsband gerne irgendwo hängen bleiben, wenn sie sich durch Zaunlücken und Ritzen quetschen. Geht dann der Verschluss nicht auf, gerät das Tier in Panik und kann sich selbst strangulieren.

Empfindlichen Tiere sollte unter Umständen der Freigang bei schlechter Witterung oder Katzenwetter verwehrt werden. Manche Tiere durchnässen bei Regen besonders stark und erkälten sich. Auch der Winter mit Schnee und Eis kann seine Tücken haben. Wenn Ihr Tier nach dem Freigang krank wird, sollten Sie überlegen, den Freigang einzuschränken.

Checkliste im Überblick für den Katzenfreigang

  • Die Katze sollte vollständig geimpft sein
  • Untersuchen Sie Ihr Tier regelmäßig auf Parasiten
  • Lassen Sie nur kastrierte Tiere in den Freigang
  • Helfen Sie bei der Fellpflege, wenn Ihre Katze sehr verschmutzt heimkommt
  • Registrieren Sie Ihr Tier mit einem Chip beim Tierarzt und auf diversen Katzenseiten
  • Fragen Sie sich vorher, ob Sie damit leben können, dass die Katze tagelang ausbleiben kann
  • Bedenken Sie bei regelmäßiger Medikamentengabe, ob ein Freigang überhaupt möglich ist

Wenn die Katze nicht nach Hause kommt

Bei Freigängern ist es immer möglich, dass die Tiere nicht pünktlich nach Hause kommen. Die Gründe reichen davon von harmlos bis schwerwiegend. Es kann einfach sein, dass die Katze einen interessanten Katzenkumpel getroffen hat und deshalb nicht nach Hause geht. Auch das Lauern vor einem Mauseloch kann sich schon einmal hinziehen. Bei diesen Fällen tauchen die Katzen allerdings meist nach ein bis zwei Tagen wieder auf, spätestens, wenn der Hunger sie heim treibt.

Nicht kastrierte Katzen gehen auch gerne auf Partnersuche. Deshalb und vor allem auch wegen der unkontrollierten Vermehrung habe ich auf die Kastration hingewiesen. Katzen, die auf Partnersuche sind, können wochenlang ausbleiben.

Auch Fremdfütterung kann ein Grund sein, dass Ihre Katze nicht nach Hause kommt. Leider ist es für die Mitmenschen oftmals schwer zu entscheiden, ob ein Streuner vor der Tür steht oder ein Freigänger. Auch kann das Futter einer fremden Katze offen herumstehen und Ihr Tier bedient sich dort einfach. Bedenken Sie bitte, wenn Ihr Tier aufgrund einer Krankheit Spezialfutter benötigt, dass eine Fremdfütterung sehr gefährlich werden kann. Hier empfiehlt es sich zu überlegen, ob der Freigang gestrichen werden muss.

Orientierungslosigkeit ist ebenfalls eine Möglichkeit, dass die Katze nicht nach Hause kommt. Wird das Tier erschreckt, rennt es womöglich in unbekanntes Terrain. Ich bin mir nicht sicher, warum manche Katzen sich schlechter zurechtfinden als andere, aber es kommt immer wieder vor, dass Katzen nur ein paar Straßen weiter herumstromern und nicht nach Hause finden. Ausgedehnte Spaziergänge sind dann Pflichtprogramm. Wählen Sie dafür die ruhigen Morgen- oder Abendstunden und rufen Sie regelmäßig nach ihrem Liebling. Bleiben Sie dann an einem festen Platz stehen und warten Sie ein wenig. Hier bei www.tasso.net finden Sie einige wertvolle Tipps.

Es kann auch Sinn machen, mit einer Decke von Ihnen eine Schleifspur zu legen. Das sieht vielleicht etwas merkwürdig aus, kann aber funktionieren. Nehmen Sie dazu eine benutzte Decke,die nach Ihnen riecht und ziehen Sie diese direkt von ihrer Haustür aus über den Boden. Gehen Sie dann die Strecken ab, bei denen Sie vielleicht vermuten, dass Ihre Katze diese Strecke genommen hat. So kann das Tier die Witterung aufnehmen und auf der Spur heimfinden. Diese Methode ist vor allem dann ideal, wenn z. B. Nachbarn Ihre Katze gesichtet haben, sie sich aber aus irgendwelchen Gründen versteckt und nicht einfangen lässt.

Suchplakate in der Umgebung sind immer gut, wenn Sie Ihre Katze vermissen. Fordern Sie darauf auch dazu auf, in kürzlich verschlossene Schuppen, Garagen und Keller zu schauen und die Türen ggf. etwas offenstehen zu lassen, damit sich das Tier wieder heraus traut.

Leider dürfen Sie auch nicht ausblenden, dass Ihre Katze verletzt oder getötet worden ist. Fragen Sie deshalb ruhig einmal bei Tierärzten in der Umgebung, im örtlichen Tierheim und auch auf dem Bauhof nach. Selbst wenn Ihre Katze gechipt ist, gibt es Gründe, warum sich niemand mit Ihnen in Verbindung gesetzt hat. Ganz selten kann ein Chip nämlich auch unleserlich werden.

Es gibt dummerweise keine Faustregel, ab wann Sie sich Sorgen machen müssen. Einige Tiere sind über Monate oder Jahre hinweg zuverlässig. Plötzlich verschwinden sie und tauchen dann doch unversehrt wieder auf. Dies kann Tage oder Wochen dauern und ist für die Nerven eine echte Zerreißprobe. Andere Katzen bleiben immer wieder mal für einige Tage fern und dieses Verhalten legen sie auch nicht ab. Da Sie nie genau wissen, was Ihre Katze macht, wenn sie Freigang hat, ist dies leider das unkalkulierbare Risiko, welches Sie eingehen.

Meine Freigänger waren vorher alle Streuner und ich habe oft genug auf sie gewartet. Denn einige Tiere kamen auch absolut regelmäßig und dann plötzlich war nichts von ihnen zu sehen. Es kam dann regelmäßig vor, dass ich oftmals sogar in der Nacht aufgestanden bin und nach ihnen geschaut oder gerufen habe. Da dieser Stress nicht angenehm ist, rate ich jedem Halter dazu, wirklich gut zu überlegen, ob er damit klarkommt. Zumal die Katzen sich meist gar keiner Schuld bewusst sind, wenn sie dann nach längerer Abwesenheit einfach wieder angeschlendert kommen. Eine Streunerin, die ich über Jahre begleitet habe, war immer zuverlässig. Plötzlich kam sie nicht mehr und bei einer Sichtung lief sie vor mir weg. Als es mir dann gelang sie einzufangen, merkte ich, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Der Gang zum Tierarzt war dann leider auch der letzte Gang, denn die Katze wollte sich wohl zurückziehen, da sie aus Altersgründen ganz schlechte Nierenwerte hatte.

Brauche ich eine Katzenklappe? Wenn ja, welche Möglichkeiten gibt es?

Eine Katzenklappe gibt ihrer Katze die nötige Freiheit, zu kommen und zu gehen, wann sie möchte. Zudem müssen Sie nicht ständig den Türöffner spielen, denn Katzen können auch mal sehr unentschlossen sein. Gerade, wenn das Wetter nicht gefällt, sind die Tiere kaum draußen, schon möchten sie wieder in die warme Wohnung. Wenn Sie also die baulichen Möglichkeiten für eine Katzenklappe haben, dann erleichtert diese den Freigang ungemein. Wer keine Klappe in die Wohnung einbauen kann oder möchte, kann eventuell auch eine Katzenklappe in einen Schuppen oder die Garage einbauen. Hier findet die Katze zumindest Schutz vor überraschenden Witterungen und kann an einem sicheren Platz dösen und sich zurückziehen. Einfache Katzenklappen bergen allerdings das Risiko, dass nicht nur die eigene Katze, sondern auch fremde Tiere plötzlich in der Wohnung stehen. Auch Wildtiere verschaffen sich über ungesicherte Katzenklappen gerne Zugang.

Für einen Schuppen mag das simple Anfängermodell reichen, aber für die eigenen vier Wände empfehle ich doch ein gesichertes Modell. Generell bin ich nicht begeistert von Katzenklappen, bei denen das Tier ein Halsband tragen muss. Es gibt verschiedene Klappen, die mithilfe von Magneten oder Chips geöffnet werden, die das Tier an einem Halsband tragen soll. Da ich ja schon darauf hingewiesen habe, welch hohes Verletzungsrisiko ein Halsband darstellt, rate ich also hiervon absolut ab. Entweder man entscheidet sich für eine ungesicherte Katzenklappe, oder Sie wählen ein Modell, welches über den Mikrochip der Katze geöffnet wird.

Wie erwähnt, einfache Katzenklappen für Schuppen oder Vorräume müssen auch gar nicht großartig gesichert sein. Diese 2-Wege-Haustierklappe oder ein ähnliches Modell ist für solche Zwecke ausreichend. Achten Sie aber darauf, dass die Katzenklappe auf jeden Fall auch komplett verschlossen werden kann, damit Sie im Bedarfsfall den Zugang schließen können. Es ist bei vielen Modellen auch möglich, dass das Tier zwar in die Wohnung hineingelangen kann, aber nicht wieder heraus. Auch umgekehrt funktionieren solche Einstellungen bei bspw. dieser 4-Wege Katzenklappe.

Beachten Sie auch die Größe der Katzenklappen, denn große Tiere passen nicht zwangsläufig durch die kleinen Modelle. Übrigens können durch diese Tierklappen auch entsprechend große Hunde ins Freie gelangen. Bedenken Sie dies bei der Anschaffung, wenn Sie neben Ihrer Katze auch einen Hund halten.

Bedenken Sie auch, dass Sie für eine Katzenklappe oftmals ein Fenster, eine Wand oder eine teure Tür zersägen müssen. Ohne entsprechendes Loch in Tür/ Fenster oder Wand ist kein Einbau möglich. Wenn Sie zur Miete wohnen, sollten Sie sich also vorher darüber im Klaren sein, dass Sie bei einem Auszug die Tür ersetzen müssen. Zudem sollte gerade im Wohnbereich die Katzenklappe auch dicht sein. Zugluft durch eine schlecht sitzende Katzentür ist mehr als unangenehm und kann die Heizkosten in ungeahnte Höhen treiben. Wählen Sie deshalb für den Wohnbereich eine Katzenklappe mit entsprechender Dichtung.

Empfehlung: Katzenklappe mit Mikrochiperkennung

Ich rate generell zu einer Katzenklappe mit Mikrochiperkennung. Diese Klappen sind meist sehr robust gebaut und verfügen über gute Dichtungen. Und sie verhindern das Eindringen von fremden Tieren in Ihr Haus. Bedenken Sie auch, dass Sie die Klappe für mehrere Tiere nutzen können sollten. Schließlich hält eine Katzenklappe oftmals länger als ein Katzenleben und eine neue Katze bekommt ja auch eine neue Chipnummer. Diese 4-Wege Mikrochip Katzenklappe speichert bis zu 32 verschiedene Mikrochipnummern und ist mit allen weltweit üblichen Mikrochipformaten (9-, 10- & 15stellig) kompatibel.

Für Tiere ohne Mikrochip gibt es auch Modelle, die zeitweilig mit einem Halsbandanhänger zu öffnen sind. Diese Klappen finde ich auch ideal, wenn sich Hund und Katze die Tür teilen.

Checkliste für eine Katzenklappe

  • Bedenken Sie, dass Sie eine Tür, ein Fenster oder eine Wand beschädigen müssen. Sie können eine Katzenklappe auch in ein Kellerfenster einbauen.
  • Messen Sie vorher die Dicke der Tür (Fenster oder Wand) und entscheiden Sie sich ggf. für ein Modell mit Tunnel
  • Wählen Sie ein sicheres Modell mit Dichtungen, welches auch wetterfest ist
  • Überlegen Sie, ob Sie eine Sperre benötigen, um dem Tier zeitweise den Ausgang zu verwehren (2-Wege oder 4-Wege Modell)
  • Beachten Sie die Größe der Katze beim Kauf der Katzenklappe, ggf. auch ihren Hund
  • Überlegen Sie, ob Sie eine Sicherung gegen fremde Tiere brauchen

Manuela lebt quasi für die Katz, gleich 7 davon. Außerdem engagiert sie sich in ihrer eigenen Katzennothilfe. Ihre bestechendste Fähigkeit ist das Verändern von Verhalten bei Katzen. Die erprobte Katzenflüsterin macht sogar aus Freigängern fröhliche Wohnungskatzen, die das Stromern und Toben draußen nicht mehr vermissen.

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